Gesellschaft Deutscher Chemiker
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Meinungsbeitrag

Neues Jahr, neues Glück

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt

Was war das doch für ein tolles Jahr. Ein Jahr lang feierten wir die chemischen Elemente, klärten ein für alle Mal, ob jetzt Lothar oder Dmitri erster war, kloppten uns über die falsche/richtige/vertretbare Platzierung des f-Blocks und dankten den Vereinten Nationen, dass sie das Internationale Jahr des Periodensystems ausgerufen hatten. Gemeint ist 2019. Die darauf folgenden Internationalen Jahre gerieten durch das Internationale Jahr des Coronavirus 2020 (wegen des großen Erfolgs verlängert bis 2022) ein wenig aus dem Fokus.

Ein kleines Quiz: Welchen Themen widmeten sich die offiziellen Internationalen Jahre denn 2020 und 2021? Etwa der Pflanzengesundheit, Krankenschwestern und Hebammen? Höhlen und Karst, Obst und Gemüse? Oder gar dem Frieden und dem Vertrauen, wenn nicht sogar der Kinderarbeit (also vielmehr deren Beseitigung) und der Kreativwirtschaft für die nachhaltige Entwicklung?

Wer alles angekreuzt hat, liegt richtig. Man kann sich die UN-Versammlungen, bei denen über die Ausrufung der Internationalen Jahre beschlossen wird, so vorstellen wie die Sitzung des Karnevalsvereins im Loriot-Film „Ödipussi“, wo es um den Vereinsnamen geht (heraus kam: „Verein zur Integration der Begriffe Karneval und Umwelt in die Frau“). Irgendwas mit Wissenschaft rufen die einen, nein, was Bodenständiges wollen die anderen. Aber Klimawandel ist auch wichtig, schreien manche. Nachhaltigkeit, brüllt der nächste. Demokratie, flüstert jemand in den Raum. Psst, schallt es von allen Seiten, wir wollen doch China nicht ärgern.

Tja, und dann kommen halt Höhlen, Hebammen und gesunde Pflanzen raus. Aber jetzt Schluss mit dem Zynismus. Obwohl, einen habe ich noch: nämlich das für 2024 ausgerufene Internationale Jahr der Kamele. Denn ob das gut durchdacht ist – ausgerechnet fürs US-Wahljahr 2024? Es läuft dann wohl auf ein Trumpeltier hinaus …

Aber ein schönes Internationales Jahr hat die UN für uns Chemikerinnen und Chemiker dann doch aufs Tapet gebracht: 2022 ist das Jahr des Glases (und außerdem noch das Jahr der handwerklichen Fischerei und Aquakultur sowie das Jahr der Grundlagenforschung für nachhaltige Entwicklung).

Ja, Glas, damit lässt sich was anfangen, und das werden wir auch in diesem 70. Jahrgang der Nachrichten aus der Chemie. Dafür brauchen wir Ihre Hilfe: Schicken Sie uns Fotos Ihrer liebsten, lustigsten und besten Glasapparaturen und -aufbauten an nachrichten@gdch.de. Aber denken Sie immer an die erste Laborregel: Heißes Glas sieht genauso aus wie kaltes.

Im Interskriptum schreibt Nachrichten-Chefredakteur Christian Remenyi über Chemisches und Komisches – und was sich sonst noch so im Zettelkasten der Redaktion findet. nachrichten@gdch.de

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