Gesellschaft Deutscher Chemiker

Meinungsbeitrag

Kollege KI

Nachrichten aus der Chemie, Juni 2026, Seite 67, DOI, PDF. Login für Volltextzugriff.

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt

„Eine Symbiose von Mensch und KI-gesteuerter Robotik und Datenauswertung könnte die Zukunft chemischer Innovationen sein.“ So lautet bei einem kommenden Nachrichten-Artikel die Bildunterschrift zum – natürlich, wie könnte es bei dem Thema anders sein? – KI-generierten Bild. Mensch und Roboter arbeiten da Hand in Hand, und vielleicht weil es um eine Mensch-Maschine-Symbiose geht, hat die nämliche sechs Finger. Vielleicht ist die KI aber auch einfach zu blöd, oder der Prompter hat nicht genau genug gepromptet. Oder vielleicht braucht man sich im postfaktischen Zeitalter sowieso nichts mehr an den Fingern einer Hand abzuzählen.

Ja, es macht sich die große KI-Ernüchterung breit – der normale Hype-Zyklus, nach dem bei einer neuen Technik auf die Phase der (überzogenen) Erwartungen das Tal der Enttäuschungen folgt. Auch bei diesem Technologiesprung wird der Weltuntergang (höchstwahrscheinlich) ausbleiben, aber das Paradies steht leider auch nicht vor der Tür.

Passend zur trüben Stimmung des Autors kommt folgende Meldung über einen starken Anstieg der Manuskripteinreichungen auf der Plattform ScholarOne (das ist ein Workflowsystem des Publishing-Dienstleisters Silverchair,

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