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Analytik kurz notiert

Nachrichten aus der Chemie, April 2016, Seite 434, DOI, PDF. Login für Volltextzugriff.

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt

Blausäure aus zersetzter Tätowiertinte

Wer sich ein blaues Tattoo stechen lässt, hat sich das hoffentlich gut überlegt. Denn es sollte für die Ewigkeit sein – zumindest, wenn es als Pigment Kupfer-Phtalocyanin enthält, also das organische Blaupigment B15:3. Wenn Tätowierungen mit Rubinlasern bestrahlt werden, um sie zu entfernen, zerfallen die Farbstoffe in ihre Bestandteile. Bei dem Pigment B15:3 sind das Blausäure, Benzol, Benzonitril, 1,2-Benzodicarbonitril und 2-Butanon. Nach Messungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) entstehen dabei lokale HCN-Konzentrationen von bis zu 30 µg·mL–1 im Körper. Diesen Wert schätzt das Institut als gesundheitliches Risiko ein, insbesondere bei großen Tätowierungen ab 500 cm2 – die Fläche entspricht etwa einem halben Oberarm oder einer viertel Wade.

Die Forscher am BfR untersuchten den Prozess mit Pyrolyse-GC-MS. Um auch alle flüchtigen Stoffe zu erfassen, entwickelten sie eine dynamische Headspace-Methode. Ein nachgeschaltetes Flugzeitmassenspektrometer (ToF-MS) charakterisiert die Substanzen auch quantitativ. Mit diesem Aufbau identifizierte das Team alle erwarteten Verbindungen.

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