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Ätherisches Nachleben

Nachrichten aus der Chemie, April 2016, Seite 487, DOI, PDF. Login für Volltextzugriff.

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt

Was von uns Menschen übrig bleibt, wenn wir das Zeitliche gesegnet, die irdischen Verstrickungen gelöst und unseren letzten Statusupdate gepostet haben, ist klar: Futter für die Maden, ein paar Dutzend morsche Knochen, vielleicht auch nur ein Häufchen Asche.

Doch halt, das ist ja nur die feste Phase. Auch wenn wir nicht mehr an die unsterbliche Seele glauben, die zu himmlischen (oder höllischen) Gefilden entflattert, müssen wir eingestehen, dass unseren sterblichen Überresten flüchtige Substanzen entweichen. Je länger der Verblichene untätig herumliegt, desto deutlicher wird der kalte Hauch auch für die bloße Nase wahrnehmbar.

Verschiedene Kulturen haben eine sehr unterschiedliche Toleranzschwelle für postume Ausdünstungen. Muslime bestatten ihre Toten so schnell es irgend geht, möglichst noch am Tag des Dahinscheidens, während andere den Duft des Todes länger aushalten und selbst entfernt lebenden Verwandten noch die Chance geben, persönlich Abschied zu nehmen. Die Kapsiki im Norden Kameruns und im Nordosten Nigerias führen mit den Verstorbenen sogar noch Tänze auf, obwohl (oder vielleicht: weil) in ihrer Kultur der Geruchssinn eine wichtige Rolle spielt.

Aber

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