Gesellschaft Deutscher Chemiker

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Zwischen Stigma und Chance

Nachrichten aus der Chemie, Oktober 2026, S. 22-27, DOI, PDF. Login für Volltextzugriff.

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt

An Chemiefakultäten gibt es Situationen, die die psychische Gesundheit beeinträchtigen können, sowohl im Studium als auch während der Doktorarbeit.

Stress, Sorgen und ein Gefühl von Überforderung. Viele Studierende kämpfen während ihres Studiums mit gesundheitlichen Problemen, die teilweise auf ihre hohe Arbeitslast zurückzuführen sind. Sie fühlen sich erschöpft, nicht gut genug und denken darüber nach, das Studium oder die Promotion abzubrechen. Gleichzeitig haben sie das Gefühl, nicht aufhören zu dürfen, weil sie sonst die Zeit im Studium verschwendet hätten, ohne einen Abschluss zu erreichen, oder aus Sorge darüber, was andere über sie denken könnten.

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Arbeitslast im Studium

Chemie zu studieren ist mehr als ein Vollzeitjob. Von Montag bis Freitag verbringen Studierende ihre Vormittage in Vorlesungen, die Nachmittage in Praktika. Am Wochenende schreiben sie Protokolle. Zusätzlich arbeiten viele Studierende an Supermarktkassen oder in der Gastronomie. Denn je nach Wohnsituation und Stadt deckt der Bafög-Höchstsatz von 855 Euro im Monat nicht die Kosten für Wohnen und Ernährung. Studierende aus dem Ausland erleben zusätzliche Stressfaktoren wie eine Sprachbarriere oder Probleme, Anschluss zu finden. Von außen ist das häufig nicht zu sehen. Die Fremdwahrnehmung, Studierende hätten besonders viel Zeit und würden nur feiern, ist weit verbreitet. Politiker:innen tun die Probleme der Studierenden ab – erst Ende Mai hat Forschungsministerin Dorothee Bär Studierende als privilegiert bezeichnet, um den Stopp der Bafög-Reform zu verteidigen.1)

Sorgen in der Promotion

Ähnliche Sorgen wie die Studierenden plagen Promovierende. Eine 50- oder 65-Prozent-Stelle ist üblich, deckt aber oft die Lebenskosten nicht. Neben ihrer eigenen Forschung müssen Promovierende Praktikumskurse oder andere Lehrveranstaltungen vorbereiten und durchführen. Dazu kommt der Druck, publizierfähige Ergebnisse zu produzieren. Doch der Erfolg ist alles andere als sicher. Promovierende müssen Fehlschläge aushalten, während sie sehen, wie Kolleg:innen scheinbar erfolgreicher sind als sie. Besonders Frauen und Minderheiten kämpfen mit dem Hochstaplersyndrom, also dem Gefühl, schlechter zu sein als andere und deshalb die Stelle nicht verdient zu haben.

Doktormütter oder -väter haben entscheidenden Einfluss darauf, wie erfolgreich eine Promotion ist: Ist die Betreuung zu intensiv, steigen Leistungsdruck und das Gefühl, überwacht zu werden; fehlende Betreuung führt zu einem Gefühl von Verlorenheit. Professor:innen leben häufig vor, dass Forschung der Lebensinhalt ist, sie arbeiten von morgens früh bis abends spät und beantworten Mails auch am Wochenende. Ihr Anspruch an die Doktorand:innen ist häufig ähnlich. Gleichzeitig sind Promovierende viel stärker von ihren Betreuer:innen abhängig als andere Arbeitnehmer:innen. Gremien wie Betriebsrat oder Personalstelle scheinen nicht zuständig für die Anliegen Promovierender.

Wenn Überforderung zu Krankheit wird

Eine Doktorandin berichtet, dass sie nach dem Masterstudium wegen Angststörung und Depression in einer Klinik behandelt wurde. Trotzdem machte sie sich währenddessen Sorgen darüber, die Promotion zu vernachlässigen und was ihr Betreuer darüber denken könnte.

Solche Gefühle können dazu führen, dass Betroffene sich zurückziehen und weiter auf ihre Sorgen fokussieren. Eigene Interessen und Ausgleich wie Sport stellen sie zurück, um mehr Zeit mit Lernen oder Experimenten zu verbringen. Dabei können sie sich immer weniger konzentrieren, werden vergesslicher, gereizter oder melden sich seltener bei Freunden und Familie. Da ein hohes Arbeitspensum aber in der Chemie üblich ist, ignorieren viele diese Warnzeichen. Aus Überforderung können sich Depressionen entwickeln, Prüfungsangst oder Angst, zu versagen; Betroffene schlafen nicht mehr gut oder genug oder greifen zu Alkohol oder anderen Drogen, um den Stress zu bewältigen. Im schlimmsten Fall sehen sie keinen anderen Ausweg als den Tod.

Ein Studierender aus Dresden berichtet, er habe insbesondere das vierte Fachsemester als sehr belastend erlebt. Vorlesungen, Praktika, Vor- und Nachbereitung hätten ihn so sehr überfordert, dass er Schlafstörungen entwickelt und zeitweise sogar Suizidgedanken gehabt habe. Beratungsangebote der Universität habe er nicht in Anspruch genommen, weil die Sprechzeiten während der Laborzeiten lagen. Trotzdem geht es ihm heute wieder besser, seine damaligen Suizidgedanken sieht er als direkte Konsequenz aus der Überlastung. Als die Arbeitslast abnahm, verschwanden auch die Suizidgedanken.

Mit dem Thema mentale Gesundheit sind Universitäten oft überfordert; Mechanismen und Maßnahmen fehlen, oft wird das Thema nicht angesprochen. Dies zeigte der Suizid eines Studierenden im Grundstudium in München im Jahr 2022. Wie ein ehemaliges Mitglied der Fachschaft berichtet, war der Student aus dem Ausland für das Studium nach München gekommen und hatte das Studium während der Corona-Pandemie begonnen. Offenbar war er durch das Studium und seine Visumssituation sehr belastet. Die Sprachbarriere verstärkte seine Mühe im Studium und die Einsamkeit. Die Nachricht über seinen Tod verbreitete sich unter den Betreuenden und einigen Kommiliton:innen sowie der Fachschaft, doch die Fakultät weigerte sich trotz Druck der Studierenden, Informationen herauszugeben.

Nur wenige Professor:innen, Betreuende und Vertreter:innen der Fachschaft waren bei der Beerdigung. Eine Mail des damaligen Dekans informierte schließlich über den Tod des namentlich nicht genannten Studenten und nannte die Beratungsstellen der Universität.

Immer mehr Studierende sind belastet

Studien belegen: Studierende haben besonders seit der Corona-Pandemie Probleme mit ihrer mentalen Gesundheit. In einer Erhebung der Techniker Krankenkasse zum Gesundheitszustand Studierender, die im Juni 2026 erschien, gibt rund ein Drittel der Studierenden ein hohes oder sehr hohes Niveau emotionaler Erschöpfung an. Die emotionale Erschöpfung ist ein Warnzeichen für Burn-out und wird daher oft in Studien erfragt. Rund 41 % der Studierenden fühlen sich häufig gestresst, weitere 45 % manchmal, nur 12 % berichten, selten Stress zu haben, 1 % nie. In einer früheren Befragung aus dem Jahr 2015 gaben nur 23 % an, häufig gestresst zu sein, 55 % waren es manchmal. Hauptauslöser im Jahr 2026 waren bei den meisten Studierenden Prüfungen und Klausuren (rund 19 % der Antworten), danach folgte mit 12 % Mehrfachbelastung durch Arbeiten neben dem Studium. Angst vor schlechten Noten nannten 10 % und finanzielle Sorgen 9 %.2) Psychische Erkrankungen machten über die Hälfte der Beeinträchtigungen Studierender aus, wie die Studie „Beeinträchtigt studieren – best2“ im Jahr 2017 zeigt. Alle anderen Beeinträchtigungen zusammen, wie chronisch-somatische, Bewegungs-, Seh- oder Hörbeeinträchtigungen, sind somit weniger verbreitet.3)

Insgesamt ist die Studienlage zu mentaler Gesundheit Studierender und Promovierender in Deutschland allerdings lückenhaft. Viele Untersuchungen betrachten nur einzelne Universitäten oder Fächergruppen, sind veraltet oder nur schwer vergleichbar. Spezifische Studien für die Chemie in Deutschland gibt es nicht. Auch die meisten Beratungsstellen von Universitäten oder Studierendenwerken haben keine Daten, wie viele Studierende oder Promovierende aus der Chemie sie aufgesucht haben, weil sie ihre Statistiken nicht nach Fächern aufschlüsseln. Um einen Überblick über die mentale Gesundheit Studierender in Deutschland zu erhalten, fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) ein Projekt mehrerer Universitäten, das bestehende Studien mit Daten von Krankenkassen zusammenführen und bundesweit Daten erheben soll. Dieses Projekt ist bis ins Jahr 2028 ausgelegt.4)

Wahrnehmung durch andere

An Universitäten treffen Studierende und Promovierende, bei denen mentale Erkrankungen diagnostiziert wurden, häufig auf Unverständnis. Nachteilsausgleiche, zum Beispiel mehr Zeit in Klausuren, werden von manchen Lehrkräften skeptisch betrachtet, nach dem Motto „Wer die Klausur in drei Stunden nicht besteht, dem bringen viereinhalb Stunden auch nicht mehr“. Ein ehemaliger Studierender berichtet, er habe im Jahr 2017 nach einem Klinikaufenthalt und einem Krankheitssemester sein Studium fast nicht beenden können. Der damalige Vorsitzende des Prüfungsausschusses wollte dem Studenten trotz ärztlichen Attests keine weitere Verlängerung der Maximalstudiendauer anerkennen. Ein Fehler im Computersystem führte anschließend dazu, dass der Student den Bescheid über seine Exmatrikulation nie erhielt. Erst als er wegen eines anderen Anliegens beim Studierendensekretariat war, erfuhr er, dass er schon im vorherigen Semester exmatrikuliert worden war. Er wandte sich an den Studiengangkoordinator der Fakultät, der das Attest und das Vorgehen der Universität prüfen ließ, und konnte seinen Master am Ende doch abschließen.

Hürden für Hilfe

Universitäten und Studierendenwerke bieten psychosoziale Beratung an und informieren auf ihren Homepages über Anlaufstellen für Notfälle. Doch Studierende nehmen Hilfsangebote häufig nicht an. Die psychosozialen Beratungsstellen der Studierendenwerke in Konstanz und München geben an, von Studierenden aus der Chemie eher weniger Anfragen zu haben als aus anderen Fachbereichen. Das bedeutet aber nicht, dass der Bedarf bei Chemiestudierenden geringer ist als bei anderen Fachrichtungen. Gründe könnten sein, dass Sprechzeiten nicht in die vollen Stundenpläne passen oder der Chemiecampus weit vom Angebot entfernt liegt, die Studierenden Hemmungen haben, die Angebote anzunehmen wegen eines – realen oder subjektiv wahrgenommenen – Stigmas, oder schlicht nicht ausreichend informiert sind.

Bedarf besteht

Vertreter:innen von Chemiefachschaften aus München, Karlsruhe, Dresden und Mainz berichten einheitlich, Studierende zu kennen, die aufgrund mentaler Erkrankungen erschwerte Studienbedingungen haben, aus Überlastung oder anderen psychischen Gründen das Studium abbrechen wollten oder es abgebrochen haben. Grundsätzlich sollten die Studierenden die Beratungsangebote kennen, denken die Fachschaften, da sie selbst oder andere regelmäßig in Veranstaltungen darauf aufmerksam machen.

Allerdings sind die Beratungen nicht überall gleich gut verfügbar. Eine ehemalige Studentin aus Berlin berichtet, dass sie dort sofort einen Termin zur Beratung bekommen und die Berater:in sich Zeit für sie genommen habe. Die dortige Beratungsstelle hatte damals sogar ein Kontingent bei verschiedenen Therapeut:innen, sodass sie sofort einen Therapieplatz bekam. Die Fachschaft in Karlsruhe dagegen erinnert sich an einen Fall vor fünf Jahren, in dem ein Studierender mit einem akuten Anliegen über einen Monat auf eine Beratung warten musste.

Bedarf nach Beratung besteht, wie der Jahresbericht der psychosozialen Beratungsstelle der Universität Mainz aus dem Jahr 2024 zeigt. Dort nahm die mittlere Wartezeit seit dem Jahr 2016 von damals 13 Tagen kontinuierlich zu und betrug im Jahr 2024 rund 146 Tage. Seit 2022 ging die Zahl der Beratungsgespräche zurück, weil in den Jahren 2022 und 2023 kurzfristig mehr Personal angestellt war.

Die Gründe, aus denen Studierende Beratung suchen, sind dabei vielfältig. In Mainz gaben im Jahr 2024 rund 46 % der Studierenden depressive Verstimmungen als einen Grund an, darauf folgten Ängste und Probleme im Studium mit rund 39 und 35 % (Mehrfachnennungen waren möglich). Das Studierendenwerk München gibt an: Studierende suchen Rat wegen Schwierigkeiten im Studium, sozialen Konflikten, Identitätsfindungsprozessen, Einsamkeit oder Überforderung.

Die Initiative Einzelner

Insgesamt hat sich der Umgang mit psychischer Gesundheit über die letzten Jahre gewandelt. Das Thema wird stärker wahrgenommen und als wichtiger erachtet. Trotzdem waren es nach dem Suizid des Studenten in München wenige engagierte Personen, die die Initiative ergriffen, um stärker auf das Thema aufmerksam zu machen. Lena Daumann, Professorin für anorganische Chemie in München, hätte sich eine bessere Kommunikation gewünscht, beispielsweise eine Anlaufstelle am Campus, um über die Situation zu reden oder eigene Probleme anzusprechen. Daumann hat Plakate der britischen Chemikerin Zoë Ayres, die auf die psychischen Herausforderungen des Studiums aufmerksam machen, so abgeändert, dass sie zusätzlich auf die Anlaufstellen der Universität verweisen, und in Aufzügen und an Eingangstüren aufgehängt (Abbildung S. 25). Außerdem hat sie sich zunächst selbst zur Ersthelferin für psychische Gesundheit (Mental Health First Aider, MHFA) ausbilden lassen und anschließend dafür eingesetzt, dass aus jedem Bereich des Chemiecampus weitere Ersthelfer:innen ausgebildet werden. Da die zuständige Stelle der Universität nicht reagierte, hat sie die Kursgebühren zum Teil aus eigenen Mitteln bezahlt, zum Teil aus Fakultätsmitteln eingeworben. Inzwischen gibt es am Campus Chemie und Pharmazie der LMU München Ersthelfer:innen für psychische Gesundheit unter Studierenden und Promovierenden, im Studierendensekretariat, unter technischen Assistent:innen sowie Professor:innen, um ein möglichst niedrigschwelliges Angebot zu schaffen. Daumann sieht in ihrer eigenen Ersthelfertätigkeit, dass der Bedarf nach Beratung und Hilfe extrem zunimmt und wünscht sich, dass das Thema mehr Präsenz im Alltag bekommt. Das Thema müsse entstigmatisiert werden, um einen Raum zu schaffen, in dem jede:r Studierende die gleichen Voraussetzungen hat.

Eine andere Ersthelferin bestätigt, das Angebot werde gut angenommen. Leute kämen mit allen möglichen Themen zu ihr, von Überlastung und dem Wunsch, das Studium abzubrechen, bis hin zu Belästigung und Depression. Sie wünscht sich, dass das Thema noch viel stärker in die Öffentlichkeit kommt und mehr Menschen auch psychische Notfälle als solche erkennen.

Wer kann was tun?

Studierende selbst, aber auch Professor:innen und Universitäten können dazu beitragen, die Belastung im Studium oder in der Promotion zu senken. Studierende können und sollten früher psychosoziale Beratungsangebote annehmen, um schlimme Folgen von Überlastung zu vermeiden, bevor sie entstehen. Auch Freunde oder Familie können sich an Beratungsstellen wenden, wenn sie sich Sorgen machen. In der Regel bietet auch die Stadt sozialpsychologische Beratung an, anonym und oft auch telefonisch oder als Videocall. Studierende, bei denen eine psychische Erkrankung festgestellt wurde, insbesondere chronische wie ADHS, können häufig einen Nachteilsausgleich beantragen, zum Beispiel mehr Zeit in Klausuren. Um das Studium zu entzerren, können Studierende mit Attest sich auch semesterweise beurlauben lassen. Diese Zeit geht nicht auf die Studiendauer ein, allerdings können in dieser Zeit auch keine Prüfungen eingebracht werden. Schließlich ist es auch möglich, die Maximalstudienzeit zu verlängern.

Eine Studentin aus München empfiehlt, offen mit der Erkrankung oder Einschränkung umzugehen. Sie hat von ihrer Therapeutin ein inoffizielles Schreiben zu ihrer extremen Prüfungsangst bekommen. Vor Prüfungen informiert die Studentin ihre Professor:innen über ihre Angst. Prüfungsangst fällt nicht unter die Krankheiten, die für Nachteilsausgleich qualifizieren, und ein Schreiben einer Therapeutin ist kein offizielles Dokument wie ein Attest von einem Arzt, doch die meisten Professor:innen nehmen Rücksicht darauf. Sie würden der Studentin zu Beginn der Prüfung einige Minuten Zeit geben, sich in die Situation einzufinden, und das helfe ihr sehr, sagt sie.

Professor:innen können den Studierenden mit wenig Aufwand helfen, indem sie ein Klima schaffen, das Einschränkungen berücksichtigt und Stigmen reduziert. In Praktika und Prüfungen sollten sie die Arbeitslast der Studierenden aus anderen Veranstaltungen bedenken. Ihren Promovierenden können Professor:innen helfen, indem sie sich in Mitarbeiterführung und Kommunikation weiterbilden. Sie sind in der Regel wegen ihrer fachlichen Kompetenz zu Gruppenleiter:innen geworden, doch orientieren sich in ihrem Führungsstil häufig an dem, was sie selbst in ihrer Promotion erfahren haben. Schulungen können ihnen helfen, sich besser in ihre Promovierenden hineinzuversetzen.

Universitäten und Fakultäten können helfen, indem sie Informationen zu Beratungsangeboten leicht zugänglich machen, etwa auf Homepages oder über Poster an zentralen Orten. Die Poster der britischen Chemikerin Zoë Ayres, die auch Lena Daumann verwendet hat (Abbildung S. 25), informieren über psychische Gesundheit und sind in mehreren Sprachen frei verfügbar.5) Universitäten können die Arbeitslast Studierender reduzieren, indem sie Prüfungen mit genügend Abstand zueinander planen. Schließlich können sie Ersthelfer:innen für psychische Gesundheit ausbilden lassen. Ein fester Prozentsatz wie bei klassischen Ersthelfer:innen ist zwar (noch) nicht vorgeschrieben, kann aber genauso wichtig sein.

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Ein Plakat der britischen Chemikerin Zoë Ayres, das auf die psychischen Herausforderungen des Studiums aufmerksam macht. Lena Daumann, Professorin damals noch an der LMU München, hat das Plakat um die Anlaufstellen der Universität ergänzt. Es hängt in Aufzügen und an Eingangstüren. Poster: Lena Daumann nach Zoë Ayres

Auf den Punkt

Viele Studierende haben Beratungsbedarf zum Thema mentale Gesundheit. Allerdings sind Beratungen nicht überall gleich gut verfügbar, und oft ist Eigeninitiative nötig.

Viele Studierende berichten von gesundheitlichen Problemen während ihres Studiums, die sich zum Teil auf ihre hohe Arbeitslast zurückführen lassen. Das gilt besonders für Chemiestudierende.

Ein großer Faktor ist Geld: Viele Studierende jobben nebenher, da der Bafög-Höchstsatz nicht in jeder Stadt die Kosten für Wohnen und Ernährung deckt. Das gleiche gilt für Promovierende mit 50- oder 65-Prozent-Stelle.

Die Autorin

Die promovierte Chemikerin Stefanie Schneider ist freie Mitarbeiterin der Nachrichten aus der Chemie. Bei der Recherche zu diesem Beitrag befragte sie Studierende zu deren Erfahrungen. Die Namen sind der Redaktion bekannt, werden aber im Artikel nicht genannt.

  • 1 Tagesschau-Bericht vom 31. Mai 2026: Forschungsministerin Bär rechnet mit Aus für BAföG-Reform: t1p.de/rkshc
  • 2 TK-Dossier: t1p.de/mhd6u
  • 3 Beeinträchtigt studieren – best2-Studie: t1p.de/ooq6v
  • 4 Pressemeldung des Deutschen Zentrums für psychische Gesundheit (DZPG) vom 13. Januar 2026: t1p.de/oxin9
  • 5 Mental-Health-Awareness-Poster von Zoë Ayres: www.zjayres.com/posters

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