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Welt-Parkinson-Tag: 11. April
Wenn das Zittern beginnt!
Mehrere hundert Millionen Menschen verfolgten 1996 die Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in Atlanta und waren tief bewegt, insbesondere als der an Morbus Parkinson („Schüttellähmung“) erkrankte Boxer Muhammad Ali das olympische Feuer entzündete. Die Krankheit geht oft einher mit motorischen Störungen wie unkontrolliertem Ruhetremor (Zittern), Rigor (Steifheit der Muskeln, Maskengesicht), verlangsamten Bewegungen und Sprachstörungen. Nahezu zeitgleich wurde dieselbe Krankheit bei Michael J. Fox diagnostiziert, der mit der Zurück-in-die-Zukunft-Filmtrilogie zum Hollywood-Star wurde und sich in der Folgezeit mit großem persönlichen Einsatz in Form einer Stiftung für die nicht-staatliche und nicht-industrielle Parkinson-Forschung engagierte.
In Deutschland leiden etwa 400.000 Menschen an dieser Erkrankung und jährlich kommen rund 12.000 Neuerkrankungen hinzu. Der Morbus Parkinson ist nach der Alzheimer-Krankheit mit über 6 Millionen Betroffenen weltweit die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Die Erkrankungshäufigkeit nimmt mit dem Lebensalter zu. An der Erkrankung leiden Frauen und Männer etwa gleich häufig.
Ursache für die Erkrankung ist ein langsam fortschreitender Verlust Dopamin-produzierender Nervenzellen in bestimmten Regionen des menschlichen Gehirns. Die eigentliche Ursache für den Zelltod ist noch nicht endgültig geklärt. Zudem gibt es bis heute noch keine Möglichkeit die Krankheit ursächlich zu behandeln und somit zu heilen. Leitlinien für eine Pharmakotherapie wurden entwickelt.
Danach hat ein Arzt ein Arsenal von Medikamenten zur Verfügung, den progressiven Verlauf der Erkrankung zu verlangsamen und somit die Lebensqualität betroffener Menschen zu steigern. Man kann die Symptomatik des Dopaminmangels durch Gabe einer biologischen Vorstufe (L-Dopa) verbessern oder Substanzen (Agonisten) verabreichen, die im Gehirn wie Dopamin wirken. Durch das unaufhaltsame Fortschreiten der Erkrankung muss die medikamentöse Behandlung immer wieder angepasst werden. Nicht selten müssen die Betroffenen eine Vielzahl von Medikamenten einnehmen. Das liegt vor allem daran, dass die Anzahl der Dopamin-produzierenden Nervenzellen im Verlauf der Erkrankung kontinuierlich abnimmt.
Ein Dopaminmangel im Gehirn kann auch extern durch Überdosierung mancher Arzneistoffe oder den unsachgemäßen Umgang mit Pestiziden ausgelöst werden. Seit 2024 ist Parkinson als Berufserkrankung bei Landwirten anerkannt.
Es besteht jedoch die berechtigte Hoffnung, dass durch konsequente Förderung der Parkinson-Diagnostik und der medizinischen Forschung molekulare und genetische Methoden entwickelt werden, das Fortschreiten von Morbus Parkinson extrem zu verzögern oder sogar aufzuhalten. Wichtig wird auch sein, die Krankheit möglichst früh zu erkennen. Für die Diagnostik ist derzeit die Kernspintomografie (MRT) des Gehirns das Mittel der Wahl.
Der Beitrag ist Teil eines Projekts des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit der Seniorexperten Chemie (SEC) der GDCh.
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