VAA-/GDCh-Einkommensumfrage: Zuwachs bei Fixgehältern, Erholung bei Bonuszahlungen
Die Fixgehälter der außertariflichen und leitenden Angestellten in der chemisch-pharmazeutischen Industrie sind 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund 4,2 Prozent gestiegen. Erstmals seit 2023 fielen zudem die Bonuszahlungen wieder höher aus als im Vorjahr. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Ausgabe der jährlichen Einkommensumfrage, die der VAA gemeinsam mit der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) durchführt.
Die Gesamteinkommen stiegen 2025 im Durchschnitt um 6,6 Prozent. Zum Einkommenszuwachs beigetragen haben dabei neben den höheren Fixgehältern die um rund 20 Prozent höheren variablen Bezüge. Dr. Birgit Schwab, 1. Vorsitzende des VAA und betreuendes Vorstandsmitglied der VAA-Kommission Einkommen, sieht die deutliche prozentuale Steigerung der Bonuszahlungen auch als Folge der Einkommensentwicklung in den Vorjahren: „Die Bonuszahlungen sind 2023 um 17 Prozent und 2024 nochmals um 24 Prozent gesunken. 2025 sehen wir einen spannenden Effekt: Im Gegensatz zur Branchenentwicklung haben sich die Boni leicht erholt, weil das für die Bonuszahlungen in der Chemiebranche maßgebliche Vorjahr 2024 einen zwischenzeitlich positiven Verlauf nahm.“
Besonders deutlich fiel der Anstieg der Bonuszahlungen in Unternehmen mit mehr als 10.000 Beschäftigten aus: Hier legten sie um rund 48 Prozent zu. Im Vergleich zu kleineren Unternehmen ergibt sich dadurch eine höhere Steigerung der Gesamteinkommen von insgesamt 8,7 Prozent. 2024 waren die Bonuszahlungen in den großen Unternehmen noch um 56 Prozent zurückgegangen.
„Der Anteil der variablen Bezüge ist in den großen Unternehmen erheblich höher. Dadurch schwankt die Entwicklung des Gesamteinkommens dort deutlich stärker, insgesamt liegen die Gesamteinkommen aber höher als in kleineren Unternehmen“, erläutert der Vorsitzende der VAA-Kommission Einkommen Dr. Peter Höfert. 2025 waren die Einkommen in Unternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern rund 13 Prozent höher als in Unternehmen mit weniger als 1.000 Beschäftigten.
An der VAA-Einkommensumfrage beteiligten sich mehr als 4.200 Personen aus zahlreichen Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Damit bietet die Gehaltsstudie des VAA einen einzigartigen Überblick über die Chemie- und Pharmabranche in Deutschland. Ein wissenschaftlich fundiertes und statistisch robustes Fundament erhält die Untersuchung durch die gemeinsame Durchführung mit der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und der RWTH Aachen. Die Sonderauswertung der GDCh für GDCh-Mitglieder außerhalb der chemischen Industrie sowie der gesamten Daten der Teilnehmenden des MTV-Bereichs innerhalb der chemischen Industrie erscheint im Juli/August.
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 28 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie fördert die wissenschaftliche Arbeit, Forschung und Lehre sowie den Austausch und die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis. Die GDCh unterstützt die Ausbildung in Schule und Hochschule sowie die kontinuierliche Fortbildung für Beruf und Karriere.
Im Verband angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie e. V. (VAA) sind die Fach- und Führungskräfte der chemisch-pharmazeutischen Industrie organisiert. Als Berufsverband und Akademikergewerkschaft vertritt der VAA die Interessen von rund 30 000 Mitgliedern aus allen Berufsgruppen. Der VAA schließt Tarifverträge und führt einen intensiven Dialog mit seinen Sozialpartnern sowie weiteren Verbänden und Organisationen in der Branche.
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