Tagung in Kiel rückt „Ewigkeitschemikalien“ ins Zentrum
Seit 100 Jahren im Einsatz für sauberes Wasser
Die Wasserchemische Gesellschaft, eine Fachgruppe der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), feiert ihr hundertjähriges Bestehen mit der Jahrestagung „Wasser 2026". Vom 11. bis 13. Mai 2026 treffen sich Fachleute aus Wissenschaft, Forschung und Praxis in Kiel – dem Gründungsort der Fachgruppe. Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen aktuelle Herausforderungen der Wasserchemie, darunter sogenannte Ewigkeitschemikalien (PFAS), die in der Umwelt und im Trinkwasser vorkommen und sich nur schwer zu entfernen lassen.
„Die Wasserchemische Gesellschaft blickt auf eine 100-jährige Geschichte zurück und ist zugleich mitten in den aktuellen Herausforderungen der Wasserforschung involviert“, sagt Professor Dr. Thomas Ternes, Vorsitzender der Wasserchemischen Gesellschaft und Leiter der Abteilung Qualitative Gewässerkunde der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG). „Aus der im Jahr 1926 gegründeten Fachgruppe für Wasserchemie hat sich schon früh eine interdisziplinäre Gemeinschaft entwickelt, die sich mit großer fachlicher Breite den drängenden Fragen rund um Gewässer und Trinkwasser wie den Anpassungen an den Klimawandel widmet. Diese Breite ist ihr zentrales Markenzeichen und macht sie stark im Umgang mit Herausforderungen wie Klimawandel oder PFAS. Die Wasserchemische Gesellschaft wird auch in Zukunft ein wichtiger Motor sein, um Forschung, Praxis und Nachwuchs zusammenzubringen und Lösungen für die Wasserfragen von morgen zu entwickeln.“
Das Programm der „Wasser 2026" spiegelt die thematische Breite der Wasserforschung wider. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Herausforderungen wie Mikroplastik in marinen und Binnengewässern sowie die Belastung von Gewässern und Trinkwasser durch Spurenstoffe. Ein Schwerpunkt der dreitägigen Konferenz liegt auf den Ewigkeitschemikalien – den per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen, kurz PFAS. PFAS werden häufig eingesetzt, um Materialien wasser- oder fettabweisend zu machen: Im privaten Umfeld kommen sie beispielsweise in Outdoor-Bekleidung und Regenjacken (Imprägnierungen) oder bei Pfannen mit Antihaftbeschichtung (z. B. PTFE) zum Einsatz. Ein wichtiger Einsatzbereich ist der Brandschutz und die Industrie, wo sie sich etwa in Feuerlöschschäumen (z. B. auf Flughäfen), in der Galvanik und Metallverarbeitung, der Halbleiter- und Elektronikproduktion sowie in der Chemieindustrie finden. Das Problem: Diese Verbindungen sind in der Umwelt und im Trinkwasser nachweisbar und können bereits bei niedrigen Konzentrationen kritisch sein. Mit gängigen Verfahren der Wasseraufbereitung und Abwassereinigung sind sie kaum zu entfernen. Umfassende Lösungsansätze sind dringend erforderlich. Die Tagung stellt aktuelle Ergebnisse zu Nachweis und Entfernung von PFAS vor.
Ausgezeichnete Wasserchemie
Vier Preise werden im Rahmen der Tagung vergeben. Der Preis der Wasserchemischen Gesellschaft, der Promotionspreis Wasserchemie und der Student Water Award werden von der Walter-Kölle-Stiftung gefördert. Den Preis der Wasserchemischen Gesellschaft (3000 Euro) erhält Dr. Stephanie Spahr, Gruppenleiterin am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin, für ihre Arbeiten zur chemischen Belastung urbaner Gewässer und zur Aufbereitung von Regenwasser als Wasserressource. Den Promotionspreis Wasserchemie (1500 Euro) erhält Dr. Finnian Freeling für seine Dissertation an der Universität Koblenz über Vorkommen, Bildung und Verbleib persistenter Transformationsprodukte von Spurenstoffen. Der Student Water Award (jeweils 500 Euro und eine einjährige Mitgliedschaft in der Wasserchemischen Gesellschaft) wird 2026 erstmals vergeben und geht an Jennifer Schmidt für ihre Masterarbeit an der Goethe-Universität Frankfurt, an Anita Lopes Souto für ihre Masterarbeit an der Universität Zürich und der eawag in Dübendorf (Schweiz) sowie an Emily Lichtenwald für ihre Masterarbeit an der Universität Leipzig und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig. Die Ehrennadel der Wasserchemischen Gesellschaft erhält Dr. Michael Petri von der ZV Bodensee-Wasserversorgung.
Weiterführende Informationen unter www.gdch.de/wasser2026
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 28 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat über 30 Fachstrukturen, darunter die Wasserchemische Gesellschaft, die 1926 als „Fachgruppe für Wasserchemie" im Verein Deutscher Chemiker gegründet wurde. 1948 erfolgte die Neugründung als „Fachgruppe Wasserchemie" in der GDCh, seit 2000 trägt sie den Namen „Wasserchemische Gesellschaft – Fachgruppe in der GDCh". Ihre rund 850 Mitglieder engagieren sich für den wirksamen Schutz, die sinnvolle Nutzung, die zweckmäßige Aufbereitung und Reinigung sowie die sachgemäße Untersuchung und Beurteilung des Wassers.
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