Gesellschaft Deutscher Chemiker

Fair‐Kolumne

"Rezepte für die Wissenschaft"

Nachrichten aus der Chemie, September 2026, Seite 30, DOI, PDF. Login für Volltextzugriff.

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt

Wer schon einmal nach einem Familienrezept gefragt hat, kennt das Problem: „Nimm etwas Mehl, ein bisschen Butter und back es, bis es gut aussieht.“ Das Ergebnis ist oft unerquicklich. Denn zwischen „etwas“ und „ein bisschen“ liegen viele Missverständnisse.

In der Chemie setzen hier MIChIs an – Minimum Information about Chemical Investigations. Die Idee: Wer ein chemisches Experiment dokumentiert, sollte mindestens die Informationen festhalten, die andere brauchen, um die Ergebnisse zu verstehen, nachzuvollziehen oder zu reproduzieren. Selbstverständlich? Leider nein.

Forschung erzeugt heute riesige Datenmengen: Spektren, Messreihen, Analysewerte. Doch Daten ohne Kontext sind wie Urlaubsfotos ohne Ortsangabe. Man sieht etwas Interessantes, weiß aber nicht, wo das Foto entstanden ist. Und je länger der Urlaub zurückliegt, desto schwieriger ist es, dorthin zurückzufinden.

Bei chemischen Experimenten ist das ähnlich. MIChIs helfen dann, den Kontext zu rekonstruieren. Sie definieren keine maximale, sondern eine minimale Anforderung: Welche Probe wurde untersucht? Mit welchen Geräten, unter welchen Bedingungen und mit welchen Parametern? Mehr Informationen anzugeben,

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