Gesellschaft Deutscher Chemiker

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Patente nach dem Baukastenprinzip

Nachrichten aus der Chemie, November 2026, S. 54-60, DOI, PDF. Login für Volltextzugriff.

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt

Um Wirkstoffe entstehen häufig Patentportfolios, die außer dem Stoff selbst auch Formulierungen, medizinische Verwendungen, Kombinationen, Dosierungsregime, Herstellverfahren und Applikationssysteme schützen. Das Beispiel des Anti-TNFα-Antikörpers Adalimumab zeigt, wie solche Schutzringe entstehen, überprüft werden und den Markt prägen.

Patente auf Arzneimittel sind für forschende Pharmaunternehmen wichtig, gesellschaftlich allerdings umstritten. Dem wirtschaftlichen Interesse eines Unternehmens entgegen steht das gesellschaftliche Interesse an bezahlbaren Arzneimitteln und frühem Wettbewerb durch Generika und Biosimilars, also Nachahmerpräparate zuvor geschützter Biopharmazeutika. Besonders kontrovers: den Schutz eines bekannten Wirkstoffs durch Patente auf neue Anwendungen, Dosierungen oder Formulierungen ergänzen. Kritiker halten das oft für Evergreening – den Patentschutz eines Produkts künstlich verlängern, um sich ein Monopol und damit hohe Gewinne zu sichern.

Für Pharmaunternehmen sind Patente allerdings Mittel, um erfolgreiche Entwicklungen wirtschaftlich verwertbar zu machen und damit die Kosten fehlgeschlagener Vorhaben und weiterer Forschung und Entwicklung aufzu

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