Gesellschaft Deutscher Chemiker

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Mehr Biomasse statt Erdöl

Nachrichten aus der Chemie, November 2026, S. 40-43, DOI, PDF. Login für Volltextzugriff.

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt

Zwischen geopolitischen Spannungen und grüner Transformation muss die Chemieindustrie in Europa ihre Rohstoffversorgung sichern und fossile Abhängigkeiten reduzieren. Welche biogenen Quellen lassen sich nutzen, und wie verändert das Stoffströme und Standorte?

In Deutschland waren im Mai 2026 ein Drittel der Chemiebetriebe und ein Viertel der Unternehmen aus der Kunststoff- und Kautschukbranche Engpässen bei der Versorgung mit Rohstoffen und Vorprodukten ausgesetzt.1) Zurückzuführen war dies auf die Sperrung der Straße von Hormus, die der Iran Ende Februar wegen großangelegter Luftangriffe durch die USA und Israel verhängt hatte. Die Schließung der Meerenge, durch die normalerweise 20 % des weltweit geförderten Erdöls und viele daraus hergestellte Folgeprodukte transportiert werden, führte zu Lieferverzögerungen und einem eingeschränkten Angebot dieser Waren auf dem Weltmarkt. Da es in der EU kaum Erdöl- oder Erdgasvorkommen gibt, müssen Unternehmen in Europa ihren Bedarf an diesen Rohstoffen zu mehr als 95 % durch Importe decken. Geopolitische Entwicklungen und lange Transportwege bergen allerdings Versorgungsrisiken. Die industrielle Rohstoffbasis durch Integration

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