Gesellschaft Deutscher Chemiker

Karrierekicks

Kinder, Machopartner und Beruf

Nachrichten aus der Chemie, Oktober 2026, Seite 39, DOI, PDF. Login für Volltextzugriff.

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt

Claire hatte es gerockt. Sie bekam eine E14-Stelle an einem Forschungsinstitut, frisch nach der Promotion, ohne Arbeitserfahrung in Deutschland oder in ihrem neuen Arbeitsgebiet, dem Wissenschaftsmanagement. Noch ungewöhnlicher: Claire war während des Vorstellungsgesprächs bereits sichtbar schwanger. Und sie sprach das Thema an. „Schauen Sie, ich bin Französin. Wir arbeiten nach einer dreimonatigen Mutterschaftspause wieder Vollzeit. Das ist auch mein persönlicher Plan.“ Claire hat damit etwas getan, was so trivial wie essenziell ist: Sie hat ihre Ambitionen offen dargelegt. Wenn Sie das nicht tun, wird der Arbeitgeber Sie gemäß seiner eigenen Stereotypen in Schubladen stecken.

Und Claire rockte auch den Job. Das ist an sich noch nicht allzu verwunderlich: Pflegearbeit zwingt zu ungemein gutem Zeitmanagement, sodass Mütter und andere pflegende Personen ihre Arbeit effizient verrichten. Was den Fall Claire jedoch so beeindruckend und zugleich bedrückend macht: Ihr Partner ist ein echter Macho. Er trägt weder im Haushalt noch in der Kinderpflege seinen Teil bei und mäkelt zudem an allem herum, was Claire für die Familie und damit auch für ihn tut. Wäre er nur ein Klotz am Be

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