Karrierekicks
Kein Aprilscherz
Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt
„Ich dachte, es sei ein Aprilscherz“, beginnt Roland, der mir im Beratungsgespräch gegenübersitzt. Ich soll ihm helfen, sich beruflich neu zu orientieren.
Viele Jahrzehnte lang war die chemische Industrie in Deutschland ein verlässlicher Partner. Arbeitnehmer:innen konnten bei einer einzigen Firma ihr gesamtes Arbeitsleben verbringen. Die Gehälter wurden ohne Streiks in Einvernehmen mit der Gewerkschaft verhandelt. Kooperationen mit Hochschulen förderten gegenseitiges Verständnis und reibungslose Laufbahnen. Entlassungen gab es nur bei Diebstahl des Tafelsilbers oder eben als Aprilscherz.
Doch nun hat sein Arbeitgeber, eine große Chemiefirma, Roland tatsächlich entlassen. „Ich muss mich mit einem Szenario auseinandersetzen, das bislang unvorstellbar war und deshalb keine Rolle für mich gespielt hat“, gesteht mir Roland.
Der Arbeitsmarkt trübt sich zusehends. Nach drei wirtschaftlich schwachen Jahren und globaler Unsicherheit verlieren Chemiker:innen Stellen, die bislang als privatwirtschaftliches Äquivalent des Beamtenstatus galten.
Das Management solcher Firmen steht vor neuen Aufgaben. Es muss den Ruf als verlässlicher Arbeitgeber schützen und der Reali
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