Gesellschaft Deutscher Chemiker

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Integrität und Glaubwürdigkeit

Nachrichten aus der Chemie, Oktober 2026, S. 36-38, DOI, PDF. Login für Volltextzugriff.

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt

Eine Firma hat Informationen zu Gesundheitsrisiken, behält sie aber für sich. Kommen diese an die Öffentlichkeit, hat das Unternehmen drei Möglichkeiten, um integer und glaubwürdig zu bleiben: sich entschuldigen, Informationen offenlegen oder eine Kompensation anbieten.

Ende der 1990er Jahre machte die 3M-Chemikerin Kris Hansen eine Entdeckung, die anfänglich auf Unglauben stieß. Sie fand Perfluoroctansulfonsäure, kurz PFOS, eine von ihrem Arbeitgeber hergestellte Chemikalie aus der Gruppe der PFAS, im Blut von Menschen – diese arbeiteten weder beim Unternehmen 3M noch kamen sie wissentlich mit den Stoffen in Kontakt. Was Hansen zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: 3M war bereits seit den 1970er Jahren bekannt, dass PFOS im menschlichen Blut vorkommt, sich in Organismen anreichert und in der Umwelt kaum abgebaut wird. Tierversuche hatten zudem Hinweise auf toxische Wirkungen geliefert.1) Heute gehören diese zu den größten Altlasten der chemischen Industrie.

Der Fall wirft eine Frage auf, die weit über diesen Einzelfall hinausgeht: Wann wird ein Unternehmen als glaubwürdig und integer wahrgenommen?

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