Gesellschaft Deutscher Chemiker

Abseitige Forschung

Ignobel‐Preise 2026

Nachrichten aus der Chemie, Oktober 2026, Seite 83, DOI, PDF. Login für Volltextzugriff.

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt

Der Ignobel-Preis 2026 würdigt Forschung, die erst zum Lachen, dann zum Nachdenken anregt. Erstmals wurde nicht in den USA gelacht und gedacht, sondern in Zürich.

Kakerlakenmilch, verrottete Unterhosen und Kinderschweiß – was klingt wie ein Rezept für einen obskuren Zaubertrank, sind die Themen preisgekrönter Forschungspaper. Der Ignobel-Preis 2026 würdigt Forschung, die zwar skurril daherkommt, hinter der aber seriöse Wissenschaft steckt.

Zehn Preise wurden insgesamt verliehen. Den Preis für Chemie heimsten Forschende aus Indien, Frankreich, Japan, Kanada und den USA ein. Wie sie herausfanden, liefern die Milchproteine bestimmter Kakerlaken dreimal so viel Energie wie die von Kühen. Um das zu untersuchen, nahmen sie Röntgenkristallstrukturen von Milchproteinen auf. Die Kristalle mussten sie jedoch nicht selbst züchten, das hatte die Kakerlake für sie erledigt. Die Proteine kristallisieren im Mitteldarm eines Embryos von Diploptera, der einzigen bekannten Kakerlakenart, die keine Eier legt, sondern lebend gebärt.

Wissenschaft + Forschung

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