Gesellschaft Deutscher Chemiker

Nachruf

Herbert W. Roesky (1936 – 2025)

Nachrichten aus der Chemie, September 2026, Seite 88, DOI, PDF. Login für Volltextzugriff.

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt

Herbert W. Roesky war ein außergewöhnlich kreativer präparativer Chemiker und Pionier der anorganischen Chemie; trotz vieler Auszeichnungen blieb er bodenständig.

Herbert Roesky wurde am 6. November 1935 im ostpreußischen Laukischken (heute: Saranskoje im russischen Oblast Kaliningrad) geboren. Nachdem seine Familie von dort geflohen war, wuchs er in Seesen auf, am nordwestlichen Rand des Harzgebirges. Hier machte er 1956 sein Abitur und schloss anschließend eine Lehre zum Molkereifachmann ab. Eigentlich hatte er geplant, im Jahr 1957 Agrarwissenschaften an der Universität Göttingen zu studieren; allerdings verwehrte ihm dies ein umsichtiger Mitarbeiter des Einschreibewesens, da er keinen eigenen Hof hatte. Stattdessen riet dieser ihm zu einem Chemiestudium – welch glückliche Fügung. Er schloss das Studium im Jahr 1961 ab und promovierte 1963 bei Oskar Glemser mit der Arbeit Fluorierungsreaktionen unter hohen Drücken. Einem zweijährigen Postdoc-Aufenthalt bei DuPont in Wilmington (USA) folgte die Habilitation 1967 in Göttingen zur Chemie der substituierten Phosphate. 1971 folgte Herbert Roesky dem R

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