Gesellschaft Deutscher Chemiker

Der Wirtschaftschemiker

Haltung in Zeiten des Umbruchs

Nachrichten aus der Chemie, Oktober 2026, Seite 63, DOI, PDF. Login für Volltextzugriff.

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt

Können wir die Zukunft gestalten? Die Organisationsforschung unterscheidet dazu drei Sichtweisen:

1) Zukunft kommt auf Unternehmen zu. Diese möchten dabei künftige Entwicklungen antizipieren. Ein Beispiel ist das Mineralöl- und Erdgasunternehmen Shell. Seit Jahrzehnten nutzt Shell Szenarien, um Entwicklungen der Energiemärkte vorauszudenken und sich auf alternative Zukünfte vorzubereiten. Die Grundhaltung: Je besser wir mögliche Entwicklungen verstehen, desto besser können wir uns auf sie einstellen.

2) Märkte, Technologien und institutionelle Rahmenbedingungen lassen sich aktiv gestalten. Unternehmen reagieren nicht nur auf ihre Umwelt, sondern wirken an ihrer Entstehung mit. Der Automobilhersteller Tesla bietet beispielsweise Elektroautos an und hat zudem ein eigenes Ladenetz gebaut – prägt also die Infrastruktur und technischen Standards des entstehenden Marktes mit.

3) Zukunft entsteht nicht zwingend linear, sondern durch eine Kombination von Entscheidungen, Fähigkeiten, Beziehungen und (un-)erwarteten Ereignissen. Beispiel Biontech: Die mRNA-Technik, die das Biotechnologie-Unternehmen für die Krebstherapie entwickelt hat, fand durch die Corona-Pandemie ein

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