Gesellschaft Deutscher Chemiker

Pionier konjugierter Polymere wird bei Tagung der Makromolekularen Chemie in Konstanz ausgezeichnet

GDCh ehrt Ullrich Scherf mit Hermann-Staudinger-Preis

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) zeichnet Senior Professor Dr. Ullrich Scherf von der Bergischen Universität Wuppertal mit dem Hermann-Staudinger-Preis aus. Die mit 7.500 Euro dotierte Auszeichnung erhält er am 23. September 2026 im Rahmen der Tagung „GDCh Makro 2026" – dem Biennial Meeting der Fachgruppe Makromolekulare Chemie der GDCh –, die vom 21. bis 23. September 2026 unter dem Motto „The Transition of Polymer Chemistry" in Konstanz stattfindet. Im Rahmen der Veranstaltung vergibt die GDCh zudem das Dr.-Hermann-Schnell-Stipendium an Dr. Fabian Eisenreich sowie den Reimund-Stadler-Preis an Dr. Friederike Adams. 

Mit der Auszeichnung würdigt die GDCh Ullrich Scherf als Pionier der konjugierten Polymere – Kunststoffe mit halbleitenden Eigenschaften. Gemeinsam mit seinem Arbeitskreis entwickelte er aus Lösung verarbeitbare Poly(fluoren)-Halbleiter sowie stabile, defektfreie Leiterpolymere, also doppelsträngige, verbrückte Molekülstrukturen. Diese Materialien bilden heute eine zentrale Grundlage der organischen Elektronik.

Die von ihm entwickelten Polymere kommen bereits in organischen Leuchtdioden (OLEDs), Solarzellen, Lasern und Transistoren zum Einsatz. Künftig könnten sie auch in der Soft Robotics Anwendung finden, bei Robotern aus biegsamen, elastischen Materialien wie Silikon oder Polymeren. Besonders hervorzuheben ist sein Beitrag zu ultraschnellen Schaltern im Pikosekundenbereich (Billionstel Sekunden) – eine Grundlage für optische Computer der Zukunft. Mit über 50.000 Zitierungen zählt Ullrich Scherf zu den weltweit meistzitierten Materialwissenschaftlern.

Im Rahmen der Tagung erhält zudem Dr. Fabian Eisenreich von der Technischen Universität Eindhoven (Niederlande) das mit 6.000 Euro dotierte Dr.-Hermann-Schnell-Stipendium. Die GDCh würdigt damit seine Arbeiten zur chemischen Depolymerisation von Kunststoffen in definierte Monomere. Seine photochemischen Ansätze eröffnen zudem neue Perspektiven für ein nachhaltiges, langfristig solarbetriebenes Closed-Loop-Recycling.

Die GDCh-Fachgruppe Makromolekulare Chemie zeichnet darüber hinaus Dr. Friederike Adams, Universität Stuttgart und Universitäts-Augenklinik Tübingen, mit dem Reimund-Stadler-Preis aus. Sie überzeugte die Auswahlkommission mit ihrem Vortrag „Building Blocks for Next-Generation Polymers: Monomer Design, Catalysis, and Polymer Functionalization" im Rahmen des Nachwuchsworkshops Hochschule.

Weitere Informationen zur Tagung unter www.gdch.de/makro2026

Zur Person: Ullrich Scherf
Ullrich Scherf wurde 1957 geboren und studierte bis 1983 Chemie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wo er 1988 promovierte. 1996 habilitierte er sich in Organischer Chemie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Nach Tätigkeiten als Postdoktorand und Galerieleiter war er von 1990 bis 2000 Postdoktorand und Projektleiter am Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz. Von 2000 bis 2002 war Scherf C3-Professor für Polymerchemie an der Universität Potsdam, seit 2002 ist er W3-Professor für Makromolekulare Chemie an der Bergischen Universität Wuppertal. Dort leitete er von 2012 bis 2017 zugleich als Direktor das Institut für Polymertechnologie. Seit 2023 ist er Senior Professor an der Bergischen Universität Wuppertal. Scherf veröffentlichte rund 750 Fachartikel und hält 14 Patente. Zu seinen Auszeichnungen zählen der Meyer-Struckmann-Forschungspreis (1998) sowie der Odysseus Senior Award (2011) des belgischen Forschungsrats Fonds Wetenschappelijk Onderzoek (FWO). 2011 und 2014 zählte er laut Thomson Reuters zu den weltweit einflussreichsten Wissenschaftlern.

Zum Hermann-Staudinger-Preis
Der Hermann-Staudinger-Preis der GDCh ist mit 7.500 Euro dotiert und nach dem Chemienobelpreisträger von 1953, Hermann Staudinger, benannt. Die Fachgruppe Makromolekulare Chemie der GDCh besitzt für die Vergabe des Preises ein Vorschlagsrecht.

Zum Dr.-Hermann-Schnell-Stipendium
Das Dr.-Hermann-Schnell-Stipendium ist mit 6.000 Euro dotiert und wird von der gleichnamigen, bei der GDCh angesiedelten Stiftung verliehen. Es fördert junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Gebiet der makromolekularen Chemie, deren physikalisch-chemische Grundlagen sowie deren Analytik.

Zum Reimund-Stadler-Preis
Der Reimund-Stadler-Preis der GDCh-Fachgruppe Makromolekulare Chemie ist mit 5.000 Euro dotiert und wird in geraden Jahren im Rahmen der Fachgruppentagung vergeben. Ausgezeichnet wird eine angehende Hochschullehrkraft aus dem Bereich der Polymerchemie und angrenzender Gebiete. Die Preisträgerin oder der Preisträger wird unter den Teilnehmenden des Nachwuchsworkshops Hochschule ermittelt. Preisträgerin des Jahres 2026 ist Dr. Friederike Adams.

Zur Tagung „GDCh Makro 2026"
Die Tagung „GDCh Makro 2026" ist das Biennial Meeting der Macromolecular Division der GDCh und findet vom 21. bis 23. September 2026 in Konstanz statt. Sie steht unter dem Motto „The Transition of Polymer Chemistry". Weitere Informationen unter www.gdch.de/makro2026 

Über die GDCh:
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 28 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 33 Fachstrukturen, darunter die Fachgruppe Makromolekulare Chemie mit rund 1300 Mitgliedern. Die Fachgruppe vereint Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen, Forschungsinstituten und der Industrie aus allen Bereichen der Polymerchemie und -physik. Für den Hermann-Staudinger-Preis der GDCh, benannt nach dem Chemienobelpreisträger von 1953 und dotiert mit 7500 Euro, hat die Fachgruppe Makromolekulare Chemie ein Vorschlagsrecht. www.gdch.de 

Kontakt:
Maren Mielck
Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.
Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49 69 7917-327
E-Mail: pr@gdch.de
www.gdch.de/presse

Pressemitteilungen

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