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April, April

Von Gesundheit, Gasen und empfindlichem Gold

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt

Wie Wasserstoff unsere Gesundheit verbessert und unsere Reifen zerstört, warum wir beim Putzen vorsichtig sein sollten und der Trend beim pH-Wert eindeutig nach oben zeigt.

Zuerst die schlechte Nachricht: Die jahrelange Suche der Forschung nach neuen Antibiotika ist sinnlos, denn in Wirklichkeit ist alles ganz anders, wie Rudi Minz bei der Lektüre der Rheinischen Post feststellen musste:

„Eines der größten Probleme der Medizin sind Keime, gegen die Antibiotika resistent sind.“

Oder ist es doch eine gute Nachricht? Was bewirken keimresistente Antibiotika? Vielleicht sind sie länger haltbar? Und warum ist das ein Problem für die Medizin?

Für eines der bisher ungelösten medizinischen Probleme – das Altern – hat Uwe Monkowius jetzt eine nicht ganz billige Lösung entdeckt:

Die Zeitschrift The red bulletin innovator empfiehlt nämlich allen über 40 ein Gerät, das „Wasser des vierten Aggregatzustandes“ erzeugt. „Die feinen Tröpfchen nimmt der Körper auf, was ihm hilft, Proteine sauber und jugendlich zu falten.“ 10 000 Euro ruft der Hersteller für diese Nebelmaschine auf.

Das Magazin hat noch mehr Gesundheitstipps parat, darunter einen fürs Frühstück (Abbildung oben):

Wasserstoff zum Frühstück empfiehlt The red bulletin innovator.

Wir hoffen, der Autor der Empfehlung hat sich inzwischen wieder von den Erfrierungen in Mund und Speiseröhre erholt und kann die Wirkung des „perfekten Antioxidans“ genießen.

Wer mit einem Hund zusammenlebt, muss auf dessen Ernährung achten. Schließlich ist nicht alles, was der Mensch lecker findet, der Gesundheit seines vierbeinigen Freundes zuträglich. Klaus Büttner vertraut dabei dem Darmstädter Echo. Das warnt vor Zwiebeln im Fressnapf, denn die enthaltene

„Schwefelsäure zerstört die roten Blutkörperchen im Hundekörper“.

Moleküle sind doch anders als gedacht

Wie die Schwefelsäure in den Zwiebeln entsteht, verrät uns die Zeitung nicht. Aber geheimnisvolle Synthesen gibt es ja auch in anderen Lebensmitteln, etwa in Käse. So berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (und Wolfgang Böhmer staunt) über einen Käseaffineur. Dieser lässt Gouda 69 Wochen lang reifen,

„sodass sich der Milchzucker in Salzkristalle verwandeln und dem Käse eine wunderbar knisternde Konsistenz geben kann“.

Um das Aroma seines Kaffees zu schonen, bestellte Martin Lang eine Kaffeedose. Diese überraschte ihn mit einem Molekül, das aus den Bohnen durch das Ventil im Deckel entweicht:

Atmosphärenchemie folgt ihren eigenen Regeln. So kann es passieren, dass Kohlendioxid nach etwa 1000 Jahren in seine Bestandteile zerfällt, wie das ZDF meldet. Oder zu viel Wasserstoff in der Luft kann Autoreifen zum Korrodieren bringen, wie Andreas Fischer bei Resulteo recherchiert hat, einem Vergleichsportal für Reifenpreise. Vielleicht lässt er sie jetzt doch mit Stickstoff füllen, denn das ist

„ein trockenes Gas, das keinen Wasserdampf bildet – im Gegensatz zum Sauerstoff (O2), das zu Wasser (H2O) werden kann, wenn es sich mit Wasserstoff (H) aus der Luft verbindet.“

Wir vermuten, dass es dabei ordentlich kracht, so wie bei den Tischbomben, die die Zeitschrift Schweizer Familie vorstellt. Die soll man aber nicht im Keller aufbewahren, denn:

Leser Jörg Angermann empfiehlt, Indoorfeuerwerk besser wieder mit Nitrocellulose zu füllen, damit der Tisch nach dem Zünden der Bombe noch steht.

Explosiv und exklusiv

Wenn es um Sprengstoffe geht, ist es gut, dass wir uns auf unsere Sicherheitsbehörden verlassen können. Etwa auf das Landeskriminalamt Bayern. Das schickte im Sommer 2020 eine Spezialtruppe nach Landsberg, um an der Schlossbergschule eine braune Flasche kontrolliert zu sprengen. Was in der Flasche war, teilte das LKA dem Kreisboten mit: „Kaliumhydroxid, auch Ätzkali genannt, ist hochexplosiv, … Was wirklich in der Flasche war, verriet das LKA erst auf verwunderte Nachfrage Martin Langs und anderer.1)

Nicht herausgefunden haben wir, für wen die Hautcremes oder Duschgele an Bord eines brennenden Schiffs vor Sri Lanka gedacht waren, über das Roland Riem in der Frankenpost las:

Vielleicht waren es gar keine Kosmetika, sondern Komponenten eines Putzmittels, das Albrecht Sigler benutzt. Denn die Gebrauchsanleitung auf der Flasche warnt:

Noch mehr Säuren

Glück hatten die Bewohner der Kölner Stadtteile Mauenheim und Bilderstöckchen. Dort sollen, so las Klaus Lehment im Kölner Stadtanzeiger:

„aus bislang ungeklärter Ursache Ameisensäure und Natronsäure miteinander vermischt worden sein.“

Wir sind sicher, dass die Ursache noch immer nicht geklärt ist. Die Feuerwehr war trotzdem ausgerückt.

Wie die Natronsäure wohl riecht? Feuerwehrmann im Einsatz und im Kölner Stadtanzeiger.

Alarm gibt es übrigens auch bei Feststoffen, wie Ulrich Scharfenort vom WDR erfuhr, als am 27. November „Schwefel aus Chemiewerk in Duisburg ausgetreten“ ist.

Die Kölner Natronsäure muss einen ähnlichen pH-Wert haben wie der Natronsee im Norden von Tansania, denn wie travelbook.de schrieb, ist in keinem anderen See „das Wasser so säurehaltig wie dort, wo es einen PH-Wert von bis zu 10.5 erreicht.“

Und zum Schluss ein Beitrag von Detlef Hirschfelder und der Magdeburger Volksstimme zur Sicherung der Rohstoffbasis in unserem Land:

Wer hätte das gedacht.

Den Wahnsinn da draußen sortierte wie jedes Jahr Nachrichten-Redakteurin Frauke Zbikowski.

Nomenklatur: Modell des Monats

Hochspannung im Unterricht: Schülerin J. (vermutlich Foto oben mit Smiley-Gesicht) schickte uns diesen kreativen Molekülvorschlag. Doch wie könnte das Ding heißen – wenn auch nur für die Millisekunde, bevor es einem um die Ohren fliegt? Wo sind die Iupac-Junkies? Wir bitten um Vorschläge an nachrichten@gdch.de.

Bildung + Gesellschaft

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