Gesellschaft Deutscher Chemiker

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Wenig Gift — viel Kontakt

Nachrichten aus der Chemie, Oktober 2010, S. 1049-1051, DOI, PDF. Login für Volltextzugriff.

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt

Die europäische Chemikalienverordnung Reach fordert, die Toxizität tausender Chemikalien neu zu bewerten. Dafür sind umfangreiche Tierversuche notwendig. Geeignete In-vitro-Verfahren können Tierversuche ersetzen, wenn sie die Toxizität einer Substanz für den Menschen richtig vorhersagen. Eine neue Methode misst in vitro das Wachstum von Nervenzellfortsätzen (Axonen und Dendriten) und könnte bei der Reduzierung von Tierversuchen helfen.

Gift für die Nerven

Der humane LC50-Wert einer Substanz gibt die mittlere Konzentration an, die auf den Menschen tödlich wirkt, genauer: bei der 50 % aller Individuen sterben. Analog ist der IC50-Wert die Konzentration, bei der die Zellvitalität um 50 % verringert ist. Der NI20-Wert wiederum ist bei Nervenzellen die Konzentration, bei der das Wachstum der Zellfortsätze um 20 % inhibiert ist.

In Korrelationsanalysen stimmten die humanen LC50-Werte, ermittelt aus den Blutkonzentrationen akuter Vergiftungsfälle, teilweise nicht mit den IC50-Werten aus In-vitro-Zytotoxizitätstests mit Mausfibroblasten überein. Die Toxizität für den Menschen lässt sich darüber also nicht genau vorhersagen. Vor allem Neurotoxine wie Hexachlorop

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