München 2025
Vorstandssitzung
GDCh-Vorstand tagte in München.
Am 2. Dezember 2025 kam der Vorstand der Gesellschaft Deutscher Chemiker auf Einladung von GDCh-Vorstandsmitglied Susanne Rehn-Taube, aktuell GDCh-Vizepräsidentin, im Deutschen Museum in München zu seiner turnusmäßigen Sitzung zusammen. Geleitet wurde die Sitzung von GDCh-Präsidentin Stefanie Dehnen. Im Mittelpunkt standen strategische Weichenstellungen für Veranstaltungen und Auszeichnungen, Fragen der Mitgliederbindung, die Weiterentwicklung von Gremienstrukturen sowie aktuelle wissenschafts- und gesellschaftspolitische Themen.
Veranstaltungen und strategische Weiterentwicklung
Ein zentrales Thema war die Zukunft des Science Forum Chemistry. Der Vorstand befasste sich mit den Erfahrungen aus dem 2025 erstmals in neuer Form durchgeführten Format und beschloss, die Veranstaltung im Jahr vorerst 2027 auszusetzen. Dies wurde auch auf der Klausurtagung der Vorsitzenden der Fachgruppen und Arbeitsgemeinschaften in Fulda im Vorfeld so vorgeschlagen. Zugleich berief er eine Kommission, die ergebnisoffen über die Zukunft eines größeren GDCh-Veranstaltungsformats beraten soll, wobei wissenschaftliche Sichtbarkeit, Austausch in der Community und ein effizienter Ressourceneinsatz im Fokus stehen sollen.
Ehrenamt, Governance und neue Gremien
Mit Blick auf die Anerkennung ehrenamtlichen Engagements stellte der Vorstand die Weichen für eine Neuausrichtung im Auszeichnungssystem der GDCh. Die Ehrenmitgliedschaft bleibt als höchste Ehrung der Gesellschaft bestehen. Die bisherige Carl-Duisberg-Plakette soll künftig durch neue Ehrenamtspreise ersetzt werden, die ehrenamtliche Leistungen in der GDCh gezielter und zeitgemäßer würdigen. Die Geschäftsstelle wurde beauftragt, hierfür ein konkretes Konzept auszuarbeiten. Damit stärkt die GDCh die Sichtbarkeit des Ehrenamts und unterstreicht dessen zentrale Bedeutung für die Fachgesellschaft.
Auch bei den Kommissionen gab es wichtige Entscheidungen. Der Vorstand berief Mitglieder in die neu eingerichtete PFAS-Kommission. Sie soll die fachliche Expertise der GDCh zu diesem gesellschaftlich und regulatorisch wichtigen Themenfeld bündeln und die Gesellschaft bei entsprechenden Aktivitäten unterstützen. Zudem wurde Gesa Behnken ab Januar 2026 in die Kommission Chancengleichheit berufen. Der Bericht aus dieser Kommission machte deutlich, dass die GDCh ihr langjähriges Engagement für faire Teilhabe und Vielfalt in der Chemie konsequent fortsetzt.
Über die Wahl des 15. Vorstandsmitglieds für die Amtsperiode 2026/2027 wurde der Vorstand ebenfalls informiert: Stefanie Tschierlei wird künftig die Fachgruppen im GDCh-Vorstand vertreten. Der Vorstand verabschiedet damit auch Rolf Albach, der bisher diese Rolle im GDCh-Vorstand innehatte.
Mitglieder und wissenschaftlicher Nachwuchs
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf mitgliederbezogenen Themen. Der Vorstand nahm die neue Mitgliederbetreuungsstrategie der Geschäftsstelle zustimmend zur Kenntnis. Ziel ist es, Mitgliederservice und interne Prozesse durch bessere Systemintegration, stärkere Automatisierung, nutzerzentrierte Angebote und gezieltes Mitgliedermarketing weiterzuentwickeln. Die Umsetzung soll schrittweise erfolgen und die GDCh als moderne, serviceorientierte Fachgesellschaft weiter stärken.
Zur Förderung früher Karrierephasen beschloss der Vorstand zudem eine jährliche finanzielle Unterstützung für die GDCh Early Career Community (GECCo). Damit soll der Austausch junger Chemikerinnen und Chemiker untereinander und zu anderen GDCh-Strukturen gefördert und ihre Bindung an die GDCh gestärkt werden. Die Entscheidung unterstreicht die Bedeutung, die die Gesellschaft der Nachwuchsförderung und generationenübergreifenden Vernetzung beimisst.
Preise, Auszeichnungen und Erinnerungskultur
Wie in jedem Jahr nahm die Vergabe der GDCh-Preise breiten Raum ein. Der Vorstand folgte den Empfehlungen der Auswahlkommissionen und bestimmte die Preisträgerinnen und Preisträger für 2026.
Der GDCh-Preis für Journalismus und Literatur wurde zugleich inhaltlich weiterentwickelt. Künftig steht er ausdrücklich auch weiteren Formen der Wissenschaftskommunikation offen und trägt den Namen „GDCh-Preis für Journalismus, Literatur und Wissenschaftskommunikation“. Damit reagiert die GDCh auf die veränderte Medienlandschaft und würdigt die wachsende Bedeutung vielfältiger Formate in der Vermittlung chemischer Inhalte.
Auch die chemiehistorische Erinnerungskultur wurde gestärkt. Der Vorstand beschloss, die historischen Räumlichkeiten von Paul Ehrlich im Frankfurter Georg-Speyer-Haus als „Historische Stätte der Chemie“ auszuzeichnen, einen Ort, der eng mit der Entwicklung der medizinischen Chemie und der Chemotherapie verbunden ist.
Nachhaltigkeit und öffentliche Rolle der GDCh
Der Vorstand befasste sich mit der weiteren Verankerung von Nachhaltigkeit in der GDCh. Ziel bleibt es, das Thema Nachhaltigkeit institutionell tragfähig und fachlich fundiert in der GDCh zu verankern.
Einen breiteren Blick nahm die Diskussion über die Rolle der GDCh in öffentlichen und politischen Debatten ein. Dabei ging es um die Frage, wie die chemische Fachgesellschaft ihre fachliche Expertise künftig noch wirksamer in gesellschaftliche und politische Prozesse einbringen kann. Im Mittelpunkt standen die Sichtbarkeit chemischer Expertise, geeignete interne Schnittstellen, die Ansprache politischer Entscheidungsträger sowie die Einbindung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
Finanzen und Kooperationen
Zur aktuellen Finanzlage berichtete der Vorstand von einer weiterhin stabilen Entwicklung. Für 2025 wird ein Jahresüberschuss erwartet. Die GDCh bleibt damit finanziell solide aufgestellt und handlungsfähig.
International setzt die Gesellschaft auf Kontinuität: Das bestehende Kooperationsabkommen mit der Chinese Chemical Society wurde verlängert.
Berichte aus befreundeten Organisationen rundeten die Sitzung ab. Guido Kickelbick berichtete für die Konferenz der Fachbereiche Chemie (KFC), Wilhelm Buckermann für den Fachbereichstag Angewandte Chemie und Chemieingenieurwesen und Robert Franke für die Deutsche Bunsen-Gesellschaft. Themen waren unter anderem die Entwicklung der Studienanfängerzahlen, Fragen der Chemikaliensicherheit an Hochschulen, die Gewinnung von Studierenden sowie weitere hochschul- und wissenschaftspolitische Entwicklungen. Der Vorstand bekräftigte in diesem Zusammenhang die enge Zusammenarbeit.
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