Gesellschaft Deutscher Chemiker

Karlsruhe 2025

Vorstandssitzung

GDCh-Vorstand tagte in Karlsruhe.


Der Vorstand der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) tagte am 1. Oktober 2025 in Karlsruhe im Rahmen des Science Forum Chemistry unter Leitung der Präsidentin Stefanie Dehnen. Im Mittelpunkt standen personelle Weichenstellungen für die kommenden Jahre, strukturelle Weiterentwicklungen der Fachgesellschaft sowie die Vorbereitung der Mitgliederversammlung.

Personelle Weichenstellungen

Der Vorstand wählte Ruth Bieringer zur Präsidentin der GDCh für die Amtszeit 2026/27. Zu stellvertretenden Präsidentinnen für denselben Zeitraum berief der Vorstand Susanne Rehn-Taube und Carla Seidel. 
Neue Strukturen und Governance
Ein wichtiges Thema war die Weiterentwicklung der Gremien- und Fachstruktur der GDCh. Der Vorstand beschloss, eine Kommission einzurichten, die die wissenschaftliche Expertise der GDCh zum Thema PFAS künftig auf europäischer Ebene einbringen soll. Anlass sind aktuelle Entwicklungen in der europäischen Chemikalienpolitik und die angekündigten Konsultations- und Dialogformate der Europäischen Kommission. Die neue Kommission soll eng mit EuChemS zusammenarbeiten. Zur Leiterin wurde Ruth Bieringer berufen. Damit stärkt die GDCh ihre Fähigkeit, wissenschaftlich fundierte Beiträge in europäische Prozesse einzuspeisen.
Ebenfalls mit Blick auf die strategische Weiterentwicklung der Gesellschaft befasste sich der Vorstand mit dem Vorschlag, ein Nachhaltigkeitsinstitut der GDCh aufzubauen. Beschlossen wurde zunächst eine Machbarkeitsstudie durch die Kommission Nachhaltigkeit, um Aufgabenprofil, Anbindung und Mehrwert eines solchen Angebots genauer zu prüfen. Ziel ist es, vorhandene Aktivitäten besser zu vernetzen und das Thema Nachhaltigkeit innerhalb der GDCh noch sichtbarer und wirksamer zu verankern.
Auch in den Fachstrukturen gab es wichtige Entscheidungen. Die bisherige Fachgruppe Lackchemie wird ab 2026 den Namen Fachgruppe Farben- und Lackchemie tragen. Zudem wird die Arbeitsgemeinschaft Phosphorchemie zum 1. Januar 2026 in eine Fachgruppe umgewandelt. Damit reagiert die GDCh auf die dynamische Entwicklung dieses Gebiets und gibt einer wachsenden Community eine dauerhafte organisatorische Plattform.

Ehrenamt und Engagement

Der Vorstand nahm die neu erarbeitete Ehrenamtsstrategie der Geschäftsstelle entgegen. Sie basiert auf einer breiten Analyse und soll dazu beitragen, ehrenamtliches Engagement in der GDCh noch gezielter zu unterstützen und zu würdigen. Im Fokus stehen unter anderem bessere Vernetzung, klarere Rollenprofile, moderne digitale Werkzeuge sowie Schulungs- und Unterstützungsangebote. Ziel ist es, das Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamt weiter zu stärken und die große ehrenamtliche Leistung in der GDCh langfristig zu sichern.
Finanzen und Mitgliedschaft
Im Hinblick auf die Mitgliederversammlung befasste sich der Vorstand mit Jahresrechnung, Haushaltsplanung und Beitragsordnung. Der Haushaltsplan 2026 wurde verabschiedet und der Mitgliederversammlung zur Genehmigung empfohlen. Die Mitgliedsbeiträge sollen im kommenden Jahr unverändert bleiben. Damit setzt die GDCh in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten auf Stabilität und Planbarkeit für ihre Mitglieder.
Auch insgesamt stellte sich die finanzielle Lage der Gesellschaft geordnet dar. Der Vorstand befasste sich mit dem Jahresabschluss 2024 und der Entwicklung des laufenden Geschäftsjahres 2025. Zugleich wurden die Weichen für die Prüfung des Jahresabschlusses 2025 gestellt. Für die Mitgliedschaft ist damit verbunden, dass die GDCh ihre Aufgaben weiterhin auf einer soliden finanziellen Grundlage wahrnehmen kann.

Veranstaltungen und wissenschaftliche Formate

Ein weiterer Schwerpunkt war das GDCh Science Forum Chemistry 2025, das unmittelbar vor und während der Sitzung am Karlsruher Institut für Technologie stattfand. Der Vorstand ließ sich über den Verlauf der Veranstaltung berichten. Das neue Format verband wissenschaftliche Vorträge, Posterpräsentationen, internationale Begegnungen und Preisverleihungen. Damit unterstreicht die GDCh ihren Anspruch, ein breites Forum für die chemische Wissenschaft und ihre Vernetzung zu bieten. Dennoch liegt die Teilnehmerzahl deutlich unten denen der Wissenschaftsforen voriger Jahre. Die Erfahrungen aus Karlsruhe sollen in die Weiterentwicklung des Formats einfließen.
Mit Blick auf das kommende Jahr berichtete Hans-Georg Weinig über die Vorbereitung des 10th Chemical Sciences and Society Symposium (CS3), das 2026 in Frankfurt zum Thema „Data Science in Chemistry“ stattfinden wird. Das geschlossene internationale Symposium wird gemeinsam mit Partnern aus mehreren Ländern organisiert und soll wissenschaftliche Impulse für Politik, Wissenschaft und Gesellschaft bündeln.
Internationale Zusammenarbeit und Wissenschaftspolitik
Der Vorstand befasste sich mit mehreren internationalen Kooperationen. Im Rahmen des Science Forum Chemistry wurden Kooperationsabkommen mit den chemischen Gesellschaften aus Österreich, der Schweiz, Italien und den USA erneuert beziehungsweise geschlossen. Solche Vereinbarungen stärken den wissenschaftlichen Austausch, die internationale Sichtbarkeit der GDCh und die Zusammenarbeit bei Tagungen, Nachwuchsförderung und Fachthemen.
Darüber hinaus berichtete die Präsidentin über die Zustimmung der GDCh zur Stockholm Declaration, mit der chemische Fachgesellschaften international gemeinsame Leitlinien für eine sichere und nachhaltige Chemie betonen. Zudem schloss sich die GDCh einem gemeinsamen wissenschaftlichen Appell anderer Fachgesellschaften an. Damit unterstreicht sie ihre Rolle als wissenschaftsbasierte Stimme in gesellschaftlich relevanten Debatten.
Für die EuChemS Division „Food Chemistry“ berief der Vorstand neue Delegierte der GDCh.

Berufungen, Auszeichnungen und Gremien

Der Vorstand traf eine Reihe weiterer Berufungen in wissenschaftliche und institutionelle Gremien. Dazu gehören unter anderem der GDCh/Wiley-VCH-Verlagsbeirat, verschiedene Stiftungs- und Auswahlgremien sowie Kommissionen der GDCh. In den Verlagsbeirat wurde Christoph Steinbeck berufen. Auch für das Ehrengericht wurden Vorschläge für die Besetzung im Jahr 2026 auf den Weg gebracht.
Zudem bestätigte beziehungsweise beschloss der Vorstand zahlreiche Auszeichnungen und Vorlesungen des Jahres 2025. Hierzu zählen unter anderem der Karl-Ziegler-Preis und der Karl-Ziegler-Förderpreis sowie mehrere internationale Namensvorlesungen.

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