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Die Welt des Postfaktischen – ein Widerwort aus der Wissenschaft

Nachrichten aus der Chemie, Juni 2017, S. 659-661, DOI, PDF. Login für Volltextzugriff.

Von Wiley-VCH zur Verfügung gestellt

Der „Marsch für die Wissenschaft“, der am 22. April weltweit stattfand, war ein Ereignis ohne Vorbild. Warum haben die im Allgemeinen doch recht zurückgezogen arbeitenden und ruhigen Wissenschaftler ihre Laboratorien und Büros verlassen, um ihre Sorgen auf der Straße kundzutun?

In seinem Buch „The Post-Truth Era: Dishonesty and Deception in Contemporary Life“ von 2004 stellte der US-amerikanische Autor Ralph Keyes die These auf, dass wir in einem post-truth, auf Deutsch meistens: postfaktischen, Zeitalter leben.1) Unter (Natur-)Wissenschaftlern rief dieses Werk zunächst kaum Resonanz hervor.2) Unter anderem lag dies daran, dass postfaktische Antworten auf objektive Tatsachen keineswegs neu sind.

Jahrhundertelang haben Philosophen und Theologen darauf bestanden, dass die Erde eine Scheibe sei, obwohl bereits die frühen griechischen Wissenschaftler Hinweise auf ihre kugelförmige Gestalt sammelten. Im 17. Jahrhundert stritt die katholische Kirche Beobachtungen ab, dass die Erde die Sonne umkreist. Darwin und seine Evolutionstheorie waren im 19. Jahrhundert wüstesten Beschimpfungen und Ablehnungen ausgesetzt. Zahllose weitere Beispiele ließen sich

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